casino-unfallIm November 2011 gewann Marco M. in der Wiesbadener Spielbank über 500.000 Euro. Etwa 19 Stunden später fuhr Marco M. unter Einfluss von Wodka, Wein und Kokain auf der A3 und geriet als Geisterfahrer in den Gegenverkehr. Dabei starb ein Autofahrer, zahlreiche andere wurden schwer verletzt. Seit diesem Dienstag muss sich Marco M. wegen fahrlässiger Tötung, vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr vor Gericht verantworten.

An den Unfallhergang und wie es zur Geisterfahrt kam, kann sich der 51-jährige nicht erinnern. Vor seinem Gewinn bekam er unmittelbar 80.000 Euro von der Spielbank ausgehändigt. Den Rest bekam er als Scheck. Vor Ort habe er noch einem Gast 20.000 Euro geschenkt. Er kannte den anderen Spielern und wusste von dessen Geldproblemen. 14.000 Euro gab er den Mitarbeitern des Casinos als Trinkgeld. Seine Familie holte ihn danach ab und er zog weiter zum Feiern zu Verwandten und Bekannten. Auf seinem Feier-Trip fuhr er auch nach Homburg und Kaiserslautern sowie in die Spielbank in Bad Homburg. Dort hatte er weitere 13.000 Euro gewonnen und sich danach Kokain besorgt.

Gegen seine Müdigkeit habe er kurz vor seiner Geisterfahrt einen Teil des Kokains genommen. Gegen den Rat seines Freundes fuhr er nicht mit dem Taxi heim nach Wiesbaden. Danach folgte angeblich ein Blackout. Marco M. sah auf einmal nur noch Lichter vor sich und dann krachte es. Er wendete wohl zwischen Niedernhausen und Idstein auf der dreispurigen Autobahn in Fahrtrichtung von Frankfurt nach Köln. Er soll zuerst ganz rechts auf dem Standstreifen gefahren sein und dann mit hoher Geschwindigkeit auf der linken Spur zurück nach Wiesbaden. Dort stieß er frontal mit einem anderen Auto zusammen.

Insgesamt fünf Autos waren in den verhängnisvollen Unfall verwickelt. Ein Mann starb, sechs Menschen wurden schwer verletzt. Nach dem Unfall flüchtete Marco M. und versuchte bei einem Arbeitskollegen in Frankfurt unterzukommen. Am folgenden Tag stellte er sich der Polizei.